Fliegen mit Gips: Darf man mit einem Gipsverband ins Flugzeug steigen?

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Fliegen mit Gips: Darf man mit einem Gipsverband ins Flugzeug steigen?

Letzte Aktualisierung: 2. Januar 2026

Ein Bein- oder Armbruch kurz vor einer Reise sorgt schnell für Unsicherheit. Darf man mit Gips überhaupt fliegen? Die kurze Antwort: Ja, oft ist das möglich – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Welche Regeln gelten, worauf Airlines achten und wie Sie sicher und bequem reisen, erfahren Sie hier.

Darf man mit Gips fliegen? Allgemeine Regeln und Voraussetzungen

Grundsätzlich ist Fliegen mit Gips erlaubt. Entscheidend sind jedoch Art des Bruchs, Zeitpunkt der Gipsanlage und Dauer des Fluges. Viele Airlines verlangen, dass ein Gipsverband bei frischen Verletzungen (meist innerhalb von 24–48 Stunden nach Anlage) gespalten oder geöffnet ist. Hintergrund sind medizinische Sicherheitsrisiken durch Druckveränderungen in der Kabine.

Zusätzlich kann ein ärztliches Attest nötig sein, das bestätigt, dass Sie flugtauglich sind. Ohne diese Nachweise kann die Airline den Transport verweigern.

Warum darf man mit Gips nicht fliegen, wenn er geschlossen ist?

Ein frisch angelegter, geschlossener Gips kann problematisch sein. In großer Höhe dehnen sich Gewebe und eingeschlossene Luft aus. Das kann zu starken Schwellungen, Durchblutungsstörungen oder Schmerzen führen. Im schlimmsten Fall drohen Komplikationen wie ein Kompartmentsyndrom.

Aus diesem Grund bestehen Airlines häufig darauf, dass der Gips längs gespalten oder von vornherein als Schiene angelegt wird. So kann sich das Gewebe ausdehnen, ohne gefährlichen Druck aufzubauen.

Fliegen mit Bruch ohne Gips oder mit einer Orthese – ist das einfacher?

Ja, in der Regel schon. Orthese, Schiene oder Aircast gelten als deutlich unproblematischer als ein klassischer Gipsverband. Sie lassen sich anpassen, lockern oder kurzzeitig abnehmen und werden von Airlines meist ohne zusätzliche Auflagen akzeptiert.

Trotzdem gilt: Auch hier empfiehlt sich eine ärztliche Einschätzung, vor allem bei längeren Flügen oder frischen Verletzungen.

Ärztliches Attest und Fit-to-Fly-Bescheinigung: Was ist Pflicht?

Ob Sie ein Attest brauchen, kommt auf die Airline, die Flugdauer und die Art der Verletzung an. Oft wollen die Fluggesellschaften eine ärztliche Bestätigung, dass Sie flugtauglich sind (Fit-to-Fly).

Sie wollen meistens auch Infos dazu, was genau gebrochen ist, welche Art Gips Sie haben und wann der angelegt wurde. Manchmal empfiehlt der Arzt noch einen bestimmten Sitzplatz oder dass Sie das Bein hochlegen können.

Ohne Attest kann es passieren, dass Sie am Flughafen einfach nicht mitgenommen werden – auch wenn Sie sich eigentlich fit fühlen.

Regeln der Airlines: Darf man mit Gips fliegen bei Lufthansa, Condor, Eurowings und Swiss?

Die großen Airlines haben ähnliche, aber nicht identische Regelungen:

  • Lufthansa: Gips unter 48 Stunden muss meist gespalten sein, Attest empfohlen

  • Condor: ärztliche Bescheinigung häufig erforderlich, Sonderregelungen bei Langstrecke

  • Eurowings: frischer Gips nur geöffnet oder geschient, extra Sitzplatz möglich

  • Swiss: Fit-to-Fly-Bescheinigung bei frischen Verletzungen oder Langstreckenflügen

Beachten Sie: Die Bedingungen können sich ändern. Es ist sehr empfehlenswert, frühzeitig mit der Airline Kontakt aufzunehmen.

Reiseversicherung und Absicherung bei Flügen mit Gips

Reiseversicherungen spielen eine große Rolle, wenn Sie mit einem Gips fliegen. Sagen Sie Ihrer Versicherung am besten so früh wie möglich Bescheid, dass Sie verletzt sind. Sonst stehen Sie im schlimmsten Fall ohne Schutz da, falls unterwegs doch mal was passiert oder Sie zurückgeholt werden müssen.

Es ist auch ratsam, die Reisebedingungen des Veranstalters bei Pauschalreisen zu überprüfen. So garantieren Sie, dass Sie im Ernstfall abgesichert sind und Ihre Reise trotz Gips kein finanzielles Risiko wird.

Sitzplatzreservierung und Thrombose-Risiko: Tipps für einen bequemen Flug mit Gipsbein

Ein Gipsbein macht das Sitzen unbequem – und erhöht das Thromboserisiko, vor allem bei langen Flügen. Diese Tipps helfen:

  • Gangplatz reservieren für mehr Beinfreiheit

  • ggf. XL-Seat oder zusätzlichen Sitzplatz buchen

  • Bein regelmäßig bewegen und hochlagern, wenn möglich

  • Kompressionsstrümpfe tragen (nach ärztlicher Rücksprache)

  • ausreichend trinken und lange Sitzphasen vermeiden

So reisen Sie deutlich entspannter und sicherer.

Fazit:

Fliegen mit Gips ist möglich – aber kein Selbstläufer. Wer sich frühzeitig informiert, ein ärztliches Attest einholt und die Airline kontaktiert, vermeidet Stress am Flughafen und reist deutlich sicherer.

FAQ – Häufige Fragen zum Fliegen mit Gips

Kann man mit Gips fliegen?

Ja, meist schon. Voraussetzung sind ein gesplitteter Gips, ausreichender zeitlicher Abstand zur Verletzung und oft ein ärztliches Attest.

Warum muss der Gips vor dem Flug gespalten werden?

Um Druck, Schmerzen und Durchblutungsstörungen durch Schwellungen in der Flugkabine zu vermeiden.

Brauche ich einen extra Sitzplatz für ein Gipsbein?

Nicht immer. Bei eingeschränkter Beinfreiheit oder fehlender Hochlagerung kann ein Zusatzsitz jedoch erforderlich sein.

Wie lange nach einem Bruch darf man nicht fliegen?

Oft gelten 24–48 Stunden nach Gipsanlage als kritisch. Danach ist Fliegen meist mit Auflagen möglich.

Komme ich mit Gips durch die Sicherheitskontrolle?

Ja. Der Gips wird akzeptiert, kann aber eine manuelle Kontrolle oder einen Sprengstofftest auslösen.

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