Gepäckbestimmungen und Kosten im Überblick: Gebühren bei Fluggesellschaften können bis zu 140 Euro betragen
Letzte Aktualisierung: 16. Dezember 2025

AirHelp führt eine Umfrage unter Passagieren durch und vergleicht Gepäckbestimmungen und Preise von 25 internationalen Airlines
Fast die Hälfte der untersuchten Fluggesellschaften erhebt Gebühren für Handgepäck
Die Preise für Aufgabegepäck unterscheiden sich je nach Airline um bis zu 123 Euro, bei Zusatzgepäck liegt die Differenz bei bis zu 126 Euro
Berlin, 16. Dezember 2025 – Für viele Reisende kann Gepäck beim Fliegen schnell zum Stressfaktor werden. Eine aktuelle Umfrage von AirHelp zeigt: Rund 83 Prozent der Deutschen empfinden das Thema Gepäck bei Flugreisen als mindestens etwas stressig, 62 Prozent als verwirrend. 42 Prozent der Befragten mussten bereits am Flughafen zusätzliche Gebühren zahlen, weil sie die Vorgaben der Fluggesellschaften nicht verstanden haben. Um Fluggästen einen umfassenden Überblick zu geben, hat AirHelp ergänzend zu seiner Umfrage Gepäckbestimmungen und Preise von 25 internationalen Airlines analysiert – der Großteil davon sind europäische Airlines, mit Ausnahme von Turkish Airlines und Pegasus. In der Analyse zeigt sich, wie stark sich Regeln und Kosten für das Gepäck je nach Fluggesellschaft unterscheiden können.
„Viele Reisende verstehen die Gepäckrichtlinien ihrer Airline nicht vollständig – das zeigt unsere Umfrage sehr deutlich“, sagt Nina Staub, Fluggastrechtsexpertin bei AirHelp. „94 Prozent der Befragten wissen nicht genau, welche Rechte sie bei Gepäckproblemen haben. 96 Prozent der Deutschen kennen nicht die richtige Frist, um beschädigtes Gepäck zu melden. Gleichzeitig wissen 62 Prozent nicht, dass sie bei Gepäckproblemen durch EU-Fluggastrechte geschützt sind. Wir sehen hier ein großes Informationsdefizit.“
Handgepäck: Elf der 25 untersuchten Airlines verlangen Aufpreise
Bei fast der Hälfte der Fluggesellschaften fällt neben einem persönlichen Gegenstand eine Gebühr für zusätzliches Handgepäck an. Kostenfrei ist das Handgepäck unter anderem bei Fluggesellschaften wie Austrian Airlines, der Lufthansa Group, Air France–KLM, Turkish Airlines, British Airways und ITA Airways. Andere Fluggesellschaften verlangen dafür teilweise erhebliche Zusatzgebühren. Am teuersten ist hier Eurowings mit 40,13 Euro für ein Handgepäckstück, gefolgt von Wizz Air mit 28 Euro und Norwegian mit 18 Euro. Finnair und die SAS Group liegen jeweils bei 16 Euro.
Was die Handgepäckgrößen betrifft, so können Passagiere bei British Airways, easyJet und Jet 2 mit einem Volumen von 63.000 cm³ am meisten mitnehmen. Das entspricht einem handelsüblichen Trolley. Bei Condor, Volotea, TUI Airways, Pegasus und Ryanair ist das zulässige Volumen mit 44.000 cm³ am kleinsten – das entspricht der Größe 55 x 40 x 20 cm. Reisende sollten ihr Handgepäck vor dem Abflug unbedingt überprüfen.
Aufgabegepäck: Hier kann erst schon beim ersten Gepäckstück teuer werden
Das Aufgabegepäck bereitet vielen Reisenden Sorgen: Zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) fürchten, dass ihr Koffer auf Flugreisen verloren geht. Bei einem Drittel (33 Prozent) kam es bereits vor, dass das Gepäck verloren, beschädigt oder verspätet zugestellt wurde. 65 Prozent der Reisenden sorgen sich um Gewichtsbeschränkungen und mehr als die Hälfte (54 Prozent) fürchtet zusätzliche Gebühren. Doch die eigentliche Kostenfalle lauert oft schon bei der Buchung:
Die Preise für aufgegebenes Gepäck (20–23 kg) variieren je nach Airline stark – die Differenz zwischen günstigster und teuerster Airline beträgt bis zu 123 Euro. Im Schnitt zahlen Passagiere für Aufgabegepäck rund 38 Euro. Es empfiehlt sich, das Gepäck rechtzeitig online hinzuzubuchen. Am teuersten ist das erste Aufgabegepäckstück auf Kurzstreckenflügen bei Turkish Airlines mit 140 Euro. Deutlich günstiger sind ITA Airways (70 Euro) und British Airways (50 Euro). Im unteren Drittel liegen SAS Group, TAP Air Portugal, Air Europa, Lufthansa Group und Air Dolomiti mit jeweils rund 30 Euro. Am günstigsten reisen Passagiere mit Norwegian (25 Euro), Volotea (19 Euro) und der türkischen Fluggesellschaft Pegasus Airlines (17 Euro).
Abrechnung von Übergepäck erfolgt je nach Airline pro Gepäckstück oder Kilogramm
Richtig teuer kann es werden, wenn das Gepäck schwerer ist als erlaubt. Bei den pauschalen Übergepäckpreisen pro Gepäckstück liegen die Airlines weit auseinander. Am teuersten ist TAP Air Portugal mit 110 Euro pro Koffer, gefolgt von ITA Airways mit 80 Euro. Air France–KLM und British Airways verlangen jeweils 75 Euro bei Übergepäck, Finnair und SAS Group 65 Euro. Etwas günstiger ist die Lufthansa Group mit 50 Euro pro zusätzliches Gepäckstück. Die Preise beziehen sich dabei auf Kurzstreckenflüge. Wirft man einen Blick auf die Langstreckenflüge, kann Zusatzgepäck bei Tap Air Portugal Kosten von 235 Euro verursachen – der höchste Wert.
Ein Großteil der untersuchten Airlines rechnen nicht pro Koffer, sondern nach Gewicht ab. Am höchsten sind die Gebühren bei Jet 2 mit 16 Euro pro zusätzliches Kilogramm, gefolgt von easyJet, Norwegian und TUI Airways mit jeweils 15 Euro. Im preislichen Mittelfeld befinden sich Ryanair und Wizz Air (jeweils 13 Euro) vor Iberia und Eurowings mit 12 Euro pro Kilo. SunExpress verlangt für zusätzliches Gepäck nur zehn Euro pro Kilogramm – eine der niedrigsten Gebühren unter den Airlines. Günstiger sind nur Turkish Airlines mit sieben Euro und Pegasus Airlines mit fünf Euro pro Kilogramm
Lang- vs. Kurzstrecke: Gepäck auf langen Flügen deutlich teurer
Je länger der Flug, desto teurer das Gepäck: Der Vergleich zeigt, dass viele Airlines auf Langstrecken deutlich höhere Gebühren verlangen als auf Kurzstrecken. Während das erste Aufgabegepäckstück (20–23 kg) auf Kurzstrecken meist zwischen 30 und 40 Euro kostet, verlangen Airlines auf Langstrecken häufig über 70 Euro – im Schnitt liegen die Gebühren damit bei rund 42 Euro für Kurz- und bei 76 Euro für Langstreckenflüge.
Besonders stark fällt der Unterschied bei Air Europa (+ 70 Euro), ITA Airways (+ 50 Euro) und SAS Group (+ 47,73 Euro) aus. Auch TAP Air Portugal (+45 Euro) und Finnair (+43 Euro) verlangen auf längeren Strecken deutlich mehr. Nur Eurowings und Turkish Airlines haben auf fast identische Preise für Gepäck bei Langstreckenflügen – hier liegt die Differenz bei einem bzw. 1,50 Euro. Beim ersten Gepäckstück variieren die Kosten pro Airline um bis zu 70 Euro, beim zweiten um bis zu 95 Euro.
Über die Untersuchung
Für die Analyse hat AirHelp die Gepäckbestimmungen von 23 europäischen Fluggesellschaften sowie Pegasus und Turkish Airlines ausgewertet und dabei sowohl Kurz- als auch Langstreckenflüge berücksichtigt. Um die Vergleichbarkeit sicherzustellen, wurden Kurzstrecken mit einer ungefähren Flugzeit von zwei Stunden und Langstrecken von rund zehn Stunden analysiert, sodass die zugrunde liegenden Distanzen zwischen den Airlines weitgehend ähnlich waren. Nicht alle untersuchten Airlines bieten Langstreckenverbindungen an – in diesen Fällen wurden nur Vergleiche vorgenommen, bei denen beide Streckenarten verfügbar waren. Untersucht wurden ausschließlich die Online-Preise für Aufgabegepäck, zusätzliches Gepäck, Handgepäck und Übergepäck. Die Erhebung fand im Oktober 2025 statt und basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen der Airlines sowie auf den Preisen zum Zeitpunkt der Buchung für die jeweiligen Strecken. Die Preise können sich daher von den offiziellen Angaben der Fluggesellschaften unterscheiden. Alle Preisangaben wurden auf volle Euro gerundet. Ziel der Untersuchung war es, Unterschiede zwischen den Airlines transparent darzustellen und aufzuzeigen, wo Reisende am meisten oder am wenigsten für ihr Gepäck zahlen.
Über die Umfrage:
Ergänzend zur Datenerhebung wurde eine Umfrage mit 1.000 Teilnehmenden in Deutschland durchgeführt, um die Erfahrungen, Sorgen und das Wissen von Passagieren rund um Gepäckregeln besser zu verstehen. Die Umfrage wurde Ende September 2025 über Pollfish durchgeführt.
Über AirHelp
AirHelp ist ein Unternehmen für Reisetechnologie, das sich mit Flugunterbrechungen befasst. Seit 2013 hat AirHelp für über drei Millionen Passagiere mit Flugverspätungen oder -annullierungen Entschädigungen erstritten. 12 Millionen Fluggäste haben ihre Flüge mit AirHelp+ Protection geschützt, und unzählige weitere Millionen profitieren von den Experteninformationen, die auf airhelp.de frei verfügbar sind. AirHelp investiert auch in eine grünere Zukunft – das Unternehmen hat sich verpflichtet, für jeweils 100 Flugunterbrechungen einen Baum zu pflanzen, und hat bisher 183,988 Bäume gepflanzt. Als Verfechter der Fluggastrechte kümmert sich AirHelp um die Menschen, und sich um die Menschen zu kümmern bedeutet auch, sich um den Planeten zu kümmern.
#Die Nummer 1 für Flugentschädigungen weltweit
Mit innovativer künstlicher Intelligenz und einem engagierten Team von über 400 AirHelpers macht AirHelp es jedem Reisenden in der EU, im Vereinigten Königreich und darüber hinaus leicht, bis zu 600 € für Flugverspätungen und -annullierungen zu erhalten. Weitere Informationen über AirHelp finden Sie unter: www.airhelp.de/